Dienstagabend bekomme ich von Michi Schneider die Nachricht „Hi Ruben, morgen früh geht a Schwung auf den Gern. Wenn du mit willst: 5:15 Uhr an der Firma.“ Als ich die Werkstatt bei Flugschule Chiemsee verlasse führen die Bayern im Pokal-Halbfinale schon 1:0 gegen Dortmund.

Prima denke ich mir, dann kann ich spätestens nach dem 3:0 früh schlafen und bin Morgen fit… Da wusste ich noch nicht, dass das Spiel ins Elfmeterschießen geht und ich tatsächlich bis zum Ende wach bleibe. Na gut, ist ja ohne Zwang und Druck, entweder ich rolle mich 4:45 ausm Bett oder eben nicht. Den Wecker höre ich schonmal, aber es ist halt echt früh.

Ich hab Lust mich zu bewegen und die Skywalker wieder zu sehen, und deshalb stehe ich mit Mühe auf. Zum Glück hatte ich alles am Abend schon gepackt. Aufm Parkplatz vor Skywalk dann das große „Hallooo… Ruben?!?! Du hier?!?!?“… Es hatte sich zwar allgemein rumgesprochen, dass ich nach über einem Jahr wieder zurück im Chiemgau bin, aber an dem Morgen hatte außer Michi keiner mit mir gerechnet.

So ist der Aufstieg vom Wanderparkplatz in Marquartstein vorbei an der Argergschwend-Alm und Hochgernhaus zum Startplatz von vielschichtigen Gesprächen geprägt. Es gibt ja einiges zu erzählen nach einem Jahr… Am Treffpunkt waren wir zu siebt, unterwegs trafen wir auf zwei weitere, die von Unterwössen gestartet waren, und Michi war schon vorausgerannt. So sind wir tatsächlich 10 Frühaufsteher, die sich mehr oder weniger laut schnaufend die fast 1000 Höhenmeter hochkämpfen.

Ab dem Hochgernhaus liegt Schnee, leicht gezuckert. Die Atmosphäre in der frischen Morgenluft mit dem weiten Blick Richtung Kaisergebirge und Bodennebel von Kössen bis Schleching ist grandios. Schon jetzt hat sich das Aufstehen gelohnt. Den Starplatz habe ich noch nie so voll erlebt. Als wir gerade auspacken kommt Michi vom Gifpel angeflogen und landet ein. Die 3 Unterwössener fliegen direkt weg, wir treffen sie frisch geduscht bei Skywalk wieder. Wir anderen 7 starten direkt hintereinander.

Es kommt mir vor wie ein Schwarm Vögel, der sich durch die Luft bewegt. Die Luft ist butterweich, wir fliegen nahe zusammen, teilweise auch wieder weiter weg. Jeder wie er mag, aber doch irgendwie zusammen. Landung auf der Wiese direkt vor der Firma. Ich werde noch zu nem Kaffee eingeladen, sag den übrigen ehemaligen Kollegen Hallo und fühl mich gleich wieder heimisch.

Dann geht’s auch für mich nach Hause, duschen und mit einer wahnsinnig positiven Grundeinstellung zum nächsten Check bei Flugschule Chiemsee. Das „Aus-dem-Bett-quälen“ ist komplett vergessen… J

Wiederholung erwünscht… Euer Ruben Benkeser